Rückblick Fasnacht 2020

Die Anti-Fasnächtler klatschen in die Hände, denn die Fasnacht 2020 nimmt ein abruptes Ende. Selbst die sonst Bier-Immunen können sich anstecken. Da hilft auch kein Zitronen-Schnitz im Corona, das muss man halt checken. 

Zuerst aber nun zurück zum Fasnachts-Anfang, da hatten wir noch freien Ausgang.

 

 

Gestartet sind wir im kleinen Rahmen, als wir den Weg nach Bischofszell auf uns nahmen.

Der Tourenplaner war nervös, denn die Auftrittszeiten wurden ausgelost vor Ort.

«Bitte lass es ein gutes Los sein, sonst passiert noch ein Mord.»

Das Glück war ganz auf unserer Seite und niemand suchte das Weite. 

 

 

Glitzer, Glitter, glänzi Glanz – immer dieser Spraydosentanz.

Schnell hat sich gezeigt, wer zur Über- und Untertreibung neigt.

Weiter ging es dann am Sonntag ins Bündnerland, mitten in eine neblige, graue Wand.

Das Wetter war nicht auf unserer Seite und trotzdem war es keine Pleite.

Skifahrer hatte es zwar kaum, die Älplermagronen dafür - waren wahrhaftig ein Traum!

Neue Erkenntnisse gewannen wir dazu «herzlich willkommen Herzischrenzer» stand da- na nu?? 

 

 

Alle Jahre wieder, liessen wir uns für einen Auftritt an der Sauknappparty nieder.

Schon an den ersten beiden Tagen waren wir tapfer unterwegs.

Denn unser Musikus liegt grad am Strand in Australien, ohne Keks!

«Wird schon schiefgehen», redeten wir uns ein und stellten uns selber ein Bein.

Eins, zwei drei – oder doch nur eins zwei? Niemand sagte, dass der Job als Musikus einfach sei.

Jeder schaut den anderen an - gibt es jemanden, der es (noch) kann?

Zuckende Schultern, ratlose Gesichter. Oh bitte, löscht doch einfach die Lichter.

Er ist nicht gefallen der Groschen und so ist das Feuer der Sehnsucht halt erloschen.

Das Hüftschwunglied hat die Situation dann unter Kontrolle gebracht und

zumindest einige von uns haben darüber gelacht. 

 

 

Wie die Grossen fühlten wir uns im noch grösseren Car.

Was für uns bis anhin nur etwas für die ganz grossen Guggen war...

Mancher von uns wirkte etwas ausgelaugt, doch hier in Gams wird doch eh nicht so doll auf den Putz gehaut.

Es wird ein kurzer Umzug sein und schnell geht’s wieder mit dem Car heim.

Die Realität sah dann etwas anders aus und dem ein oder anderen hing die Lälle raus.

Schuld daran war auch das frühlingshafte Klima.

«Die langen Unterhosen hätte ich zuhause lassen können, die hab ich ja sonst auch nie da». 

 

 

Noch selten zuvor, spielten wir auf einem Dancefloor.

Erst noch fast im Ausland, bereits über die Zürcher Grenze – fanden sie statt, die Guggentänze.

«Die gar nicht so kleinen «Appizeller» sind auch gekommen und sind herzlich bei uns in Kloten willkommen!»

So herzlich wurden wir begrüsst und haben dann den Zürchern den Abend musikalisch versüsst.

Anscheinend erholt von der letzten Panne, hauten wir alle um – aber volle Kanne!

Sehr zufrieden und mit leeren Brieftaschen, gönnten wir uns auf dem Heimweg auch noch ein, zwei Flaschen. 

 

 

Dann endlich ist es so weit. Am Schmudo ist unser Musikus back in town und ohh – er ist kohlrabenschw… sehr braun! Schnell stellte sich heraus, er ist hibbelig als wär er gezwickt von einer Filzlaus.

Die Puste war eigentlich schnell weg, doch er hatte solch einen Spass und gab immer noch mehr Gas.

Nach sieben Auftritten waren wir zwar alle langsam etwas blass, aber hey bro – die waren schon alle recht krass! Vielleicht waren wir auch noch etwas berauscht – hat da jemand Sauerstoff mit Diesel vertauscht?!

 

 

Das Wochenende darauf, machten wir uns nach Baden im Kanton Aargau auf.

Zum Glück war der Schmudo schon sehr streng, denn hier wurde es mit dem Ansatz erst richtig eng.

Aufgeblähte Backen, Gesichtszüge entstellt – einige brauchten schon fast ein Sauerstoffzelt.

Vom Nachmittag bis spät nachts Bühnenauftritte… die Beizen machten sicher mit uns Profite.

Auch wenn (Stv. Musikus ausgenommen) kaum noch Energie fürs Nachtleben vorhanden war,

eines wurde wieder einmal mehr klar. Dumme Sprüche klopfen können wir wunderbar.

Und es ist nicht dabeigeblieben. Unser Ex-Musikus musste sich unbedingt durch einen Busch schieben.

Über jede Stange musste er klettern und vergass nicht, dabei zu wettern:

«Wer hat denn all diese Hindernisse ausgelegt?» Wir waren uns einig, dass das nicht gut ausgeht...

Andere warfen wild um sich mit Holzstecken und gewisse werden ihre Zehen nie mehr zu weit ausstrecken…

Vielleicht sollten wir dem Vorschlag doch Beachtung schenken und

über das Motto «mystische Wasserwesen» nachdenken…

 

 

Am Aschermittwoch stand das Narrendorf und alle waren parat. Das letzte Fasnachtswochenende naht.

Trotz Kälte und Schnee, stand auf dem Platz ein Begrüssungskomitee.

Ein echter Fasnächtler hält nichts auf und so fanden doch viele ins Ebnet hinauf.

Niemand hat da schon geahnt, was für eine Katastrophe sich anbahnt…

 

 

Am Freitag kam dann der Bericht, dass die Fasnacht hier sofort abbricht.

Das Corona-Virus ist der Grund dafür, dabei steht doch die Herisauer Fasnacht vor der Tür… :-(

Schnell wurde besprochen und entschieden, wir müssen neue Pläne schmieden.

Wir liessen unsere Köpfe nicht hängen und machten das Beste daraus.

Auch andere dachten, sie machen dem Virus den Gar aus.

Plötzlich sah man einzelne Guggen spielend auf Plätzen und in Gassen,

niemand wollte sich die Fasnacht verderben lassen.

Der Fasnacht 2020 zu ehren, durften wir noch bei der Sauknapp einkehren.

Schön wars zu sehen, wie alle Gugger zu einander halten und gemeinsam den «Plan B» gestalten.